Grundlagen
3
Begriffe, die oft verwechselt werden
Corporate Fashion: was steckt hinter dem Begriff?
Corporate Fashion: was steckt hinter dem Begriff?
Corporate Fashion ist einheitliche Firmenkleidung, die zum Markenauftritt gehört, nicht zum Arbeitsschutz. Sie unterscheidet sich von Arbeitskleidung dadurch, dass ihr Zweck die Wiedererkennung ist, und von Schutzkleidung dadurch, dass sie keine Gefahr abwehren muss. In der Praxis überschneiden sich die drei Begriffe, und genau das führt regelmässig zu Missverständnissen bei der Beschaffung.
Wie grenzen sich die drei Begriffe voneinander ab?
| Begriff | Zweck | Beispiel | Wer entscheidet |
|---|---|---|---|
| Corporate Fashion | Wiedererkennung, Markenauftritt | Poloshirt mit Logo im Aussendienst | Marketing und Geschäftsleitung |
| Arbeitskleidung | Schutz der Privatkleidung, Funktion | Arbeitshose mit Werkzeugtaschen | Betrieb und Mitarbeitende |
| Schutzkleidung, PSA | Abwehr einer konkreten Gefahr | Warnschutzjacke Klasse 3 | Gesetz und Gefährdungsbeurteilung |
Die Übergänge sind fliessend. Ein bedrucktes Poloshirt im Servicebereich ist Corporate Fashion und Arbeitskleidung zugleich. Eine Warnschutzjacke mit Firmenlogo erfüllt alle drei Rollen. Wichtig ist die Reihenfolge der Prüfung: Wo eine Schutzfunktion gefordert ist, entscheidet diese, und erst danach wird über Farbe, Schnitt und Logo gesprochen.
Was bringt einheitliche Kleidung wirklich?
Der am häufigsten genannte Nutzen ist der Auftritt beim Kunden. Ein Team in einheitlicher Kleidung wird als Betrieb wahrgenommen, nicht als Gruppe einzelner Personen. Das wirkt besonders dort, wo Handwerker oder Servicekräfte in fremden Räumen arbeiten.
Der zweite Nutzen ist praktischer Natur und wird oft unterschätzt: Mitarbeitende müssen morgens nicht entscheiden, was angemessen ist. Eine Kleiderordnung ohne Kleidung führt zu Diskussionen, eine gestellte Garnitur nicht.
Der dritte Punkt betrifft die Kosten der Mitarbeitenden. Wer Arbeitskleidung gestellt bekommt, ruiniert keine private Kleidung. Das ist ein Argument, das in Bewerbungsgesprächen zieht.
Was gehört in ein stimmiges Konzept?
- 01Festlegen, welche Funktionen sichtbar auftreten und welche nicht. Nicht jede Rolle braucht dasselbe.
- 02Eine Grundfarbe wählen, die zur Marke passt und im Sortiment dauerhaft verfügbar ist.
- 03Logoposition und Logogrösse einmal festlegen und für alle Artikel gleich halten.
- 04Zwischen Sommer- und Winterkleidung unterscheiden, damit das Bild ganzjährig stimmt.
- 05Regeln aufschreiben: wer bekommt was, wie oft wird ersetzt, wer wäscht.
Woran scheitern Corporate-Fashion-Projekte?
Am häufigsten an der Farbe. Eine Sonderfarbe, die exakt dem Markenhandbuch entspricht, gibt es im Katalogsortiment meist nicht. Wer darauf besteht, landet bei Sonderproduktion mit hohen Mindestmengen und langen Fristen. Die pragmatische Lösung ist eine nahe Katalogfarbe plus das Logo in der exakten Markenfarbe.
Der zweite Stolperstein ist die Verfügbarkeit im Folgejahr. Wenn ein Artikel aus dem Sortiment fällt, passen Nachbestellungen farblich nicht mehr zum Bestand. Fragen Sie vor der Entscheidung, ob ein Artikel zum Dauersortiment gehört.
Der dritte Punkt ist Akzeptanz. Kleidung, die nicht passt oder nicht bequem ist, wird nicht getragen, egal wie gut das Konzept aussieht. Ein Muster vorab und eine Rückmeldung aus dem Team lösen dieses Problem für wenig Geld.
Häufige Fragen
- Was ist Corporate Fashion?
- Einheitliche Firmenkleidung, die zum Markenauftritt gehört. Ihr Zweck ist Wiedererkennung, nicht Schutz. Typische Beispiele sind bedruckte Poloshirts, Hemden und Jacken mit Firmenlogo.
- Was ist der Unterschied zu Arbeitskleidung?
- Arbeitskleidung dient der Funktion und dem Schutz der Privatkleidung. Corporate Fashion dient dem Auftritt. In der Praxis erfüllt dasselbe Kleidungsstück oft beide Rollen.
- Ist Corporate Fashion Pflicht?
- Nein. Anders als persönliche Schutzausrüstung ist sie eine unternehmerische Entscheidung.
- Welche Farben eignen sich?
- Farben aus dem Dauersortiment des Herstellers, die der Markenfarbe nahekommen. Eine exakte Sonderfarbe bedeutet Sonderproduktion mit hoher Mindestmenge und langer Frist.
Passend dazu
