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Klassen nach EN ISO 20471

Warnschutzkleidung: welche Klasse brauchen Sie wirklich?

Warnschutzkleidung: welche Klasse brauchen Sie wirklich?

Sicherheit6 Min. Lesezeit

Die Norm EN ISO 20471 kennt drei Klassen. Klasse 1 ist die niedrigste und reicht für Bereiche ohne Fahrzeugverkehr, Klasse 2 gilt für Umgebungen mit langsamem Verkehr, Klasse 3 ist die höchste und für Arbeiten an Strassen mit schnellem Verkehr vorgesehen. Massgeblich ist nicht die Farbe, sondern die Fläche des fluoreszierenden Materials und der Reflexstreifen.

Was unterscheidet die drei Klassen?

Die Klasse ergibt sich aus der Mindestfläche an fluoreszierendem Hintergrundmaterial und retroreflektierendem Material am fertigen Kleidungsstück.

KlasseSichtbarkeitTypische Einsatzbereiche
Klasse 1niedrigste StufeInnenbereiche, Lager ohne Fahrverkehr, Betriebsgelände
Klasse 2mittlere StufeBereiche mit Staplerverkehr, Ladezonen, innerorts
Klasse 3höchste StufeStrassenbau, Autobahn, Arbeiten bei schnellem Verkehr

Eine einzelne Warnweste erreicht je nach Ausführung Klasse 1 oder 2. Klasse 3 wird häufig erst durch die Kombination aus Jacke und Hose erreicht. Die Klasse gilt immer für das getragene Gesamtbild, nicht für ein Teil isoliert.

Warum reicht eine gelbe Weste nicht automatisch aus?

Warnschutzkleidung wirkt über zwei Mechanismen. Tagsüber sorgt fluoreszierendes Material dafür, dass die Person sich vom Hintergrund abhebt. Bei Dunkelheit übernimmt das retroreflektierende Band, das Scheinwerferlicht zur Lichtquelle zurückwirft.

Eine Weste, die nur leuchtend gelb ist, aber keine normgerechten Reflexstreifen hat, erfüllt nachts ihre Aufgabe nicht. Umgekehrt nützt ein Reflexstreifen bei Tageslicht wenig. Erst beide zusammen ergeben Warnschutz im Sinn der Norm.

Deshalb steht auf zertifizierter Ware immer die Norm und die Klasse, meist im eingenähten Etikett. Fehlt diese Angabe, handelt es sich nicht um zertifizierte Warnschutzkleidung, auch wenn das Kleidungsstück leuchtend gelb ist.

Was beachten Sie bei der Veredelung von Warnschutzkleidung?

Ein Firmenlogo auf Warnschutzkleidung ist erlaubt, unterliegt aber Einschränkungen. Wird die wirksame Fläche verkleinert, kann das Kleidungsstück seine Klasse verlieren.

  • Reflexstreifen dürfen nicht überdruckt oder überstickt werden. Das Logo gehört auf die fluoreszierende Fläche zwischen den Streifen.
  • Die bedruckte Fläche verringert das wirksame Hintergrundmaterial. Bei knapp bemessenen Artikeln kann ein grosses Logo die Klasse gefährden.
  • Dunkle Logofarben auf gelbem Grund reduzieren den Kontrast der Warnfläche stärker als helle.
  • Bei Stickerei ist zu beachten, dass die Nadel das Material durchsticht. Bei beschichteten Funktionsstoffen ist Druck die schonendere Wahl.
  • Lassen Sie sich die Klasse des konkreten Artikels bestätigen, bevor Sie eine grosse Fläche veredeln.

Welche Norm steht wofür?

EN ISO 20471 regelt Warnschutzkleidung für den professionellen Einsatz, also die Klassen 1 bis 3. Sie ist die Norm, nach der Sie im Arbeitsumfeld fragen.

EN ISO 13688 ist die Grundnorm für Schutzkleidung allgemein. Sie regelt Dinge wie Unbedenklichkeit der Materialien, Grössenbezeichnung, Alterung und Kennzeichnung. Sie tritt immer gemeinsam mit einer produktspezifischen Norm auf, allein sagt sie nichts über Sichtbarkeit aus.

Wenn auf einem Etikett beide Normen stehen, ist das der Normalfall: die Grundnorm plus die Norm für die konkrete Schutzwirkung.

Wie wählen Sie für Ihr Team aus?

Gehen Sie von der schlechtesten Situation aus, in der Ihr Team arbeitet, nicht vom Durchschnitt. Wer gelegentlich an einer befahrenen Strasse arbeitet, braucht die dafür nötige Klasse auch dann, wenn das nur an wenigen Tagen im Jahr vorkommt.

Prüfen Sie ausserdem, ob die Kleidung ganzjährig funktioniert. Eine Warnweste über der Sommerkleidung nützt im Winter wenig, wenn darüber eine dunkle Jacke getragen wird. In diesem Fall braucht auch die Jacke Warnschutz.

Sagen Sie uns in der Anfrage, wo und unter welchen Bedingungen gearbeitet wird. Wir nennen Ihnen dann die Artikel, deren Zertifizierung dazu passt, und bestätigen die Klasse schriftlich in der Offerte.

Häufige Fragen

Was bedeutet EN ISO 20471?
Es ist die europäische Norm für Warnschutzkleidung im professionellen Einsatz. Sie legt fest, wie viel fluoreszierendes und retroreflektierendes Material ein Kleidungsstück haben muss, und teilt es danach in die Klassen 1, 2 und 3 ein.
Welche Warnschutzklasse brauche ich im Strassenbau?
In der Regel Klasse 3, also die höchste Stufe. Sie wird häufig erst durch die Kombination von Jacke und Hose erreicht, nicht durch ein einzelnes Kleidungsstück.
Darf ein Firmenlogo auf Warnschutzkleidung?
Ja, aber nicht auf den Reflexstreifen und nicht in beliebiger Grösse. Das Logo verkleinert die wirksame fluoreszierende Fläche, deshalb sollte die Klasse für den konkreten Artikel vor der Veredelung bestätigt werden.
Was ist der Unterschied zwischen EN ISO 13688 und EN ISO 20471?
EN ISO 13688 ist die Grundnorm für Schutzkleidung und regelt allgemeine Anforderungen wie Materialunbedenklichkeit und Kennzeichnung. EN ISO 20471 regelt die Sichtbarkeit. Beide stehen üblicherweise gemeinsam auf dem Etikett.
Woran erkenne ich zertifizierte Ware?
An der Angabe von Norm und Klasse im eingenähten Etikett. Fehlt diese Angabe, handelt es sich nicht um zertifizierte Warnschutzkleidung, unabhängig von der Farbe.

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